Donnerstag, 3. November 2011

Vom Genuss des Essens

Wann hast Du letztes Mal beim Essen wirklich auch ans Essen gedacht?

Ich bin immer wieder fasziniert, wie beiläufig, gezwungen oder gar unglücklich die meisten Menschen ihre Nahrung aufnehmen. Besonders mittags, wenn ich die ganzen Geschäftsleute beobachte, fällt mir das auf.

Da gibt es zum Beispiel die Kategorie der superdürren, sehr ernsten Geschäftsfrauen, die arg mit sich oder ihrem Gewissen kämpfen, um den kleinen Salat vor ihnen überhaupt anzurühren. Essen ist schlecht, könnte glatt auf deren Stirn geschrieben stehen - entsprechend unglücklich und dumpf schauen diese Frauen drein. Oder die Kategorie der etwas dicklichen Geschäftsmänner mit leicht öligen, verschwitzten Gesichtern, die lieber lautstark – aber besonders wichtig – Probleme und negative Gefühle beim Essen wälzen. Sie schaufeln das Essen ohne Mass oder Beachtung in den Mund und schlucken es, ohne es richtig zu kauen. Schliesslich geht das ja auch nicht gleichzeitig, Reden und Kauen.

Wenn ich diese Leute beobachte, bekomme ich so etwas wie eine Wehmut.
Wann haben sie wohl zum letzten Mal mit richtiger Lust gegessen? Kennen sie das Glücksgefühl beim Riechen, Schmecken, Kauen und Atmen? Was gibt es denn herrlicheres, als den ersten Bissen in den Mund zu nehmen und zu spüren, ob die Nahrung heiss, lau oder kalt ist? Vielleicht ist sie scharf oder würzig, eher fad? Wie ist die Konsistenz, weich oder körnig und knackig? Könnte man vielleicht alle verwendeten Ingredienzien erraten? Wurden frische, überraschende Zutaten verwendet oder langweilige, geschmacklose Konserven? Was macht die Schärfe aus? Ist es Pfeffer oder doch eher Chili?

Das ist meine Art zu essen. Und um mir diese Fragen bezüglich Essen zu stellen, lege ich auch schon mal Gabel und Messer ab, kaue und schliesse kurz die Augen und Atme ein. Ich konzentriere mich bewusst auf diesen Genuss und freue mich darüber, wenn mir etwas besonders schmeckt oder wenn mich eine Kreation geschmacklich total überrascht.

Essen macht mich glücklich!

Mittwoch, 2. November 2011

Vom gewissen Etwas

Gibt es das wirklich, das gewisse Etwas? Darüber habe ich heute während meiner Zugfahrt nachgedacht.

Rushhour in der S-Bahn. Man findet sich eingequetscht in eine, so scheint es, undurchdringliche Menschenmasse. Lange, gelangweilte Gesichter. 20 Minuten hier, iPod da. Wo man auch Hinblickt, es gibt keinen Glanz in den Augen der Menschen. Niemand der sich für den anderen interessiert. Eine normale Alltagssituation also, wie sie alle Pendler unter euch ebenfalls kennen.

Und doch, es gibt sie, diese Lichtblicke. Diese Menschen, die einem in der Masse ins Auge stechen. Wie diese Frau heute. Ich weiss nicht, was es war. Aber ich denke, sie hatte es – dieses mysteriöse gewisse Etwas, das so schwer zu beschreiben ist. Als einzige Person in einem Waggon mit unzähligen anderen Menschen, hatte sie dieses Leuchten. Dieses wache und präsente an ihr, das mir unmittelbar in einer intensiven Klarheit aufgefallen ist, hat mich fasziniert. In der ganzen Masse schien es, als „leuchte“ sie richtiggehend. Und so kam ich auf die Gedanken rund um das gewisse Etwas.

Zurzeit lese ich ein Buch, indem es am Rande um Aka geht. Beschrieben wird Aka (Begriff aus der Huna Philosophie) als Schatten, Reflektion, Ähnlichkeit, Bild, Klarheit, Leuchten oder als Aura, was ich spannend finde, denn ich wage zu behaupten, dass man die Aura/Energie von gewissen Menschen, aus welchen Gründen auch immer, tatsächlich wahrnehmen kann.

Du sitzt beispielsweise in einem Restaurant und siehst einen Menschen unter hunderten in einem hellen Licht aus der Masse herausstechen. Mag sein, dass der eine oder andere von euch nun insgeheim denkt, dass das auch eine sexuell motivierte, unterbewusste Wahrnehmung sein könnte.

Nun ja, ich bin nicht Sigmund Freud. Doch ich glaube nicht, dass dieses „Sehen“ rein aus sexuellem Trieb heraus geschieht. Sagt man denn nicht auch: „Die Menschen ziehen nicht das an, was sie wollen, sondern das, was sie sind?“ Jedenfalls werde ich dem Phänomen „des gewissen Etwas“ in Zukunft mutiger und offener auf den Grund gehen.

Wer weiss, vielleicht handelt es sich bei diesen „Strahlemenschen“ ja um jemanden, den wir, aus welchem Grund auch immer, kennenlernen sollten? Womöglich sollten wir diese besonderen Menschen kennenlernen, weil sie uns in irgendeiner Weise wichtig sein werden? Vielleicht für unsere persönliche Entwicklung oder unseren beruflichen Weg?

Wieso sonst sollten wir Menschen „erkennen“, obwohl wir sie noch nie gesehen haben?

Über die Inspiration

Die Tage werden kürzer - die Gedanken länger.

Ich bin inspiriert wie selten zuvor mir Gedanken zu machen. Ich mache mir Gedanken zum Universum, Gedanken zum Leben und Gedanken zum Weltgeschehen. Tja, sogar zu Farben, Formen und Gerüchen mache ich mir Gedanken. Klingt das ein bisschen schräg? Vielleicht.

Ich kann Dir aber versichern, ich platze fast vor Lebensenergie und freue mich wie ein kleines Kind über alle Ideen, Eindrücke und Gefühle, die mich zurzeit wie eine Muse küssen.

Ich freue mich auf diese langen Abende bei warmem Licht und Kerzenschein, genau so auf die etwas gemächlichere Gangart und darauf, meine Freunde zu bekochen und mit ihnen ausgiebig über dieses und jenes zu plaudern. Und eines weiss ich ganz bestimmt – das bietet ganz viel neuen Stoff für meinem Blog, den ich bald mit Dir teilen werde.