Dienstag, 3. April 2012

vom Aufstieg


Und so steige ich auf. Meter um Meter. Schritt um Schritt. Langsam, ganz langsam und stetig. Die Muskeln in meinen Beinen brennen, jede Bewegung eine Anstrengung.

Und die Steine sind lose. Granit glänzt in der Sonne und strahlt Wärme ab. Sie fühlt sich gut an, gepaart mit dem kühlen Wind, der sich unwirsch mit dem Berg zu messen scheint. Ich atme tief ein, soweit bis es nicht mehr geht. Sauge sie auf, genussvoll und regelmässig, diese klare Bergluft. Und spüre dabei, wie sie langsam dünner wird; mich weniger nährt.

Mein Puls geht jetzt schneller, trotz gleichbleibendem Tempo. Ich geniesse dieses Gefühl von leichtem Schwindel, der mich wohlig überkommt, mich gar wenig erregt.

Ein weiterer Tritt und noch einer dazu, passiere ich den nächsten Felsvorsprung.

Schreck!!! Ich wanke, die Luft bleibt mir weg. Es ist der Wind. Er schüttelt mich durch, bringt mich zum Taumeln. Aggressiv stösst er von unten nach oben, so als wolle er alles mit sich reissen, was sich nicht halten kann. Und ich stelle mich auf den Felsen. Fest und voll Vertrauen. Breite meine Arme aus und schliesse die Augen.

Und ich fühle den Wind. Fühle seinen Kampf. Und so kämpft er mit dem Felsen. Rauschen, Toben und Schreien. Und in Gedanken lasse ich los. Fliege mit ihm mit, fliege zum Himmel; schwerelos und frei.

Es sind die letzten Schritte. Nur noch ein paar Meter, dann ist der Grat endlich erreicht. Und mein Herz lacht vor Freude. Weite vor mir.

Wolken ziehen vorbei und lösen sich auf. Und es gibt keine Grenzen. Alles ist flüchtig, auch der Moment. Und hier bin ich zuhause, hier bin ich daheim. Glücklich, riesig und doch verschwindend klein.

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