Donnerstag, 30. August 2012

Diese Gabe

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr realisiere ich den Einfluss der Geisteshaltung auf das Leben. Geisteshaltung ist für mich wichtiger als Fakten. Sie ist wichtiger als die Vergangenheit, als Bildung, als Geld, als Umstände, als Versagen, als Erfolg und wichtiger als das, was andere Menschen sagen oder tun. Sie ist wichtiger als das Auftreten, als Begabung oder Fertigkeit. Mit ihr steht und fällt eine Kirche, ein Staat – oder gar ein Zuhause.

Das Bemerkenswerte daran ist, wir haben jeden Tag aufs Neue die Wahl, mit welcher Haltung wir ihn meistern wollen. Sie lässt mich wachsen oder verkümmern. Sie alleine entfacht mein Feuer oder befällt meine Hoffnung. Wenn meine Einstellung stimmt, ist kein Berg zu hoch, kein Tal zu tief, kein Traum zu extrem und keine Herausforderung zu gross für mich.

Wir können unsere Vergangenheit nicht ändern und wir können nicht ändern, dass Menschen in einer bestimmten Weise handeln. Genauso wenig können wir das Unvermeidliche verhindern.
Alles, was wir tun können, ist, mit dieser einen Stärke zu spielen – unserer Geisteshaltung.

Ich glaube, mein Leben besteht zu 10 Prozent aus dem, was mir passiert und zu 90 Prozent daraus, wie ich darauf reagiere. Und ich glaube, das selbe gilt auch für dich.

Mittwoch, 29. August 2012

Versteckt


Wo bist du geblieben, du mein wunderschöner?
Versteckst dich hinter dieser dicken Wand 
Und wartest zu, in deinem besten Gewand
Kein Lichtstrahl bei dir - auch kein Abenteuer das lockt
Und wartest, dass etwas passiert - wartest, dass es rockt
Doch erwache mein hübscher, mach dich bald auf von hier 
Denn das Leben, glaub’ mir, spielt hier draussen bei mir




Mittwoch, 22. August 2012

Und die Welt ist so, wie du sie siehst


Und wenn ich etwas glaube, dann daran, dass die Welt so ist, wie man glaubt, dass sie ist. 

An was auch immer du glaubst, es wird so sein. Und wenn du denkst, diese Welt ist voller Qualen und Härte, dann wird sie dir Qual und Härte bringen. Und wenn du denkst, sie ist voller Abenteuer und Glück, dann wirst du mehr Abenteuer und Glück erleben, als die Person, die nur die düstere Seite vor sich sieht.

Vielleicht liegt dieser Gegebenheit das Gesetz der Anziehung zugrunde. Sie zeigt aber auf, dass wir genauso Beobachter wie auch Interpreten unserer Umwelt sind. Lässt man jegliche Emotion ausser acht und stützt sich lediglich auf die Fakten, wird man feststellen, dass die meisten Gegebenheiten eine Gesetzgebung, eine Art Balance, von gut und schlecht in sich tragen. Und weil wir eben Menschen sind, messen wir allem um uns herum eine Bedeutung und Emotionen bei. Indem wir das tun, beeinflussen wir unseren eigenen und persönlichen Erfahrungswert, also unser individuelles Empfinden.

Wie oft schon warst du schon wütend, verbittert oder traurig, als etwas passierte – vielleicht eine Wolkenformation, ein Sonnenuntergang, oder das Wort einer geliebten Person – und augenblicklich veränderte sich alles in dir? Hat sich dabei etwas an der Gegebenheit geändert, also an deiner Situation? Nein, wahrscheinlich nicht. Aber dein Empfinden hat sich geändert, weil sich deine Perspektive verändert hat. Und aus diesem Perspektivenwechsel heraus hat sich dein Wohlbefinden geändert und damit gleichzeitig deine aktuelle Situation.

Ich weiss, das klingt philosophisch. Doch was ich damit meine ist; denk immer daran, dass du durch einen Perspektivenwechsel die Gabe besitzt, nicht nur deine Erfahrung zu verändern, sondern mit ihr auch deine Gegenwart.

Denn die Welt ist so, wie du sie siehst.

Dienstag, 21. August 2012

Teufel in mir


Tausende schlaflose Nächte in Dunkelheit. Bin verfolgt von meinen eigenen Dämonen, wenn ich stundenlang meine einsamen Runden schreite. Was gäbe ich darum, eine Stimme zu haben. Dann könnt ich schreien, heulen und schimpfen: „Lasst mich in Ruhe, geht weg von mir, ihr verdammten Kröten, ihr Teufel in mir!“

Dämonen der Nacht sind wie Ameisen auf der Jagd. Was mit einer beginnt, endet in einer Hundertschaft. Diese skrupellosen Heere von Kriegern, die organisiert und kaltblütig ihre Opfer besiegen. Und ist man noch so stark und überlegen, sie schaffen es in Kürze, dich zu überfallen und effizient bei lebendigem Leib zu zerlegen.

Und wenn die letzten Lichtstrahlen fliehen, strömen sie flüchtig wie Gase herein. Gedanken so giftig, wie die Stachel von Wespen, bereit dich zu stechen, zu betäuben und töten. Und du weisst, jetzt es ist zu spät! Kein Entrinnen, keine Flucht, kein Ausweg mehr offen. Und einmal mehr, schreit es stumm und verzweifelt in mir: „Lasst mich in Ruhe, geht weg von mir, ihr verdammten Kröten, ihr Teufel in mir!“

Du geliebter Irrsinn


Ich liebe deine Schönheit, und fühle mich so hässlich.
Ich vergnüge mich mit deiner Jugend, und fühle mich so alt.
Ich bewundere deine Stärke, ach, du machst mich so schwach!

Das ist meine Liebe, meine Liebe für dich.
Es ist ein Anfang ohne Ende oder das Ende ohne Anfang.
Du bist der Sinn meines Lebens – und der grösste Irrsinn dazu!

Sonntag, 19. August 2012

Monster meiner Kindertage


Einst warst Du das Monster meiner Kindertage
Doch wo bist Du heute geblieben?
Du warst der Unberechenbare, jetzt bist Du ein Abklatsch deiner selbst
Gebrechlich bist Du geworden und verbittert auch
Wo einst ein Raubtierherz in Deiner Brust schlug, ist heute nichts als Leere
Und Deine Haut verfault Dir am lebendigen Leib
Und Dein Körper zerfällt, löst sich auf in Nichts
Ja, einst warst Du das Monster meiner Kindertage
Doch Deine Macht ist nur noch eine verblasste Legende
Und Deine Wut richtet sich noch immer gegen die Welt
Doch die Welt lacht, verhöhnt Dich und lässt dich einsam zurück
Und einst warst Du das Monster meiner Kindertage
Doch schau Dich heute an! Wo bist Du geblieben?
Das Alter nagt an Deinen Knochen, vergiftet Dich mit Deinen eigenen Gedanken
Und irgendwann kommt der Tag, der Dich endlich erlöst
Ich wünsch Dir von Herzen, dass Du deinen Frieden findest
Nur Du kannst Dir Vergeben und Dich von Deinen Sünden erlösen
Ja, einst warst Du das Monster meiner Kindertage
Heute bist Du ein Schatten, gejagt von Dir selbst

Samstag, 18. August 2012

Rote Geranie


Und immer wenn ich schreibe, sehe ich dich, alleine auf deinem Balkon sitzend
Stoisch, einsam, jeden Tag, an deinem Tisch ins Leere blickend
Und deine einzige Geranie die ist rot, ja, deine Geranie die ist rot
Und wenn du deine Zigarette rauchst, gemächlich den Qualm in deine Lungen ziehst
Die letzten Strahlen der Abendsonne auf deiner alten verwitterten Haut
Dann frag ich mich, wovon du wohl träumst, alleine in deinem trostlosen Reich
Und deine Geranie die ist rot, ja, deine Geranie die ist rot
Wünschst du dir, dich zu unterhalten, wenn du alleine dein Kreuzworträtsel löst?
Wünschst du dir, herzlich zu lachen, wenn du deine Socken auf die Wäscheleine hängst?
Wünschst du dir eine sanfte Berührung, wenn du alleine dein Büchsenbier trinkst?
Und deine Geranie die ist rot, ja, deine Geranie die ist rot
Und viele Abende vergehen, immer bist du alleine
Doch nun ist es vorbei
Und deine Geranie die ist tot, ja, deine Geranie die ist tot

Leere Räume


Ich schreite durch die leeren Räume, genauso wie damals zum ersten Mal
Alles übermächtig, ich bleibe im Schatten, unentdeckt und klein
Lichtstrahlen dringen durch die geschlossenen Fenster
Staubflocken tanzen fröhlich und schwerelos
Warme Luft, trocken und holzig, lässt mich mein Nacktsein vergessen
Unwirklich ist alles seit du gegangen bist, seit du mich zurückgelassen hast
Noch immer spüre ich die Berührung deiner Hände auf meiner Haut
Und ich verzerre mich nach deinem Kuss
Möchte verschmelzen, möchte dich lieben
Und Lichtstrahlen dringen durch die geschlossenen Fenster
Staubflocken tanzen fröhlich und schwerelos
Und meine Schritte verhallen ungehört
Ich bin alleine und werde alleine bleiben
Und Staubflocken tanzen fröhlich - alles ein naiver Traum

Daheim


Komm herein Liebster, und fühl dich daheim
Dein Weg war ein langer, weite Distanzen liegen hinter dir
Und nun bist du hier, nun bist du angekommen bei mir

Und all die Albträume und Monster der Vergangenheit
Deine grössten Ängste ebenso, sind nun Lichtjahre weit entfernt
Sie werden dich nicht finden hier

Und ich halte deine Hand, Liebster
Schütze dich in der dunkeln Nacht
Niemand wird Dich hier finden und wecken
Bei mir bist Du sicher und frei, egal wohin deine Träume dich auch tragen

All die Niederlagen und die Kämpfe
All die schlaflosen Nächte
Alle Glücksmomente und jeder Hoffnungsschimmer
Sie alle haben dich erst her gebracht
Sie haben Dich heim zu mir gebracht

Nun stell deine Koffer hin, Liebster, und setz dich her zu mir
das Ringen hat ein Ende
Vergiss die Vergangenheit und vergiss die Zukunft ebenso
Geniess diesen Moment
Denn nichts ist mehr gleich, seit Du durch diese Tür getreten bist

Und hier in meinen Armen kannst du schlafen und dich sicher fühlen
Ich werde dich schützen wie mein Kind
Und wenn du träumen willst, lass ich dich fliegen
Und wenn du weinen willst, werd ich dich trösten
Und wenn du Sonne brauchst, werde ich für dich die Fenster öffnen

Und mein Dach ist deine Decke
Sie hält dich behütet und warm
Hier in der Stille, ganz nah bei mir
Hat sich der bedrohliche Sturm endlich gelegt

Und ich halte deine Hand, Liebster
Ich schütze dich in der dunkeln Nacht
Niemand wird Dich hier finden
Bei mir bist Du sicher und frei, egal wohin deine Träume dich auch tragen

Und nun weisst du, der nie endende Tanz
Und dieser stete Kampf
Jetzt erst ergibt alles einen Sinn
All das brachte dich erst her
All das brachte dich nach Hause zu mir

Und ich halte deine Hand, Liebster
Ich schütze dich in der dunkeln Nacht
Niemand wird Dich hier finden
Bei mir bist Du sicher und frei, egal wohin deine Träume dich auch tragen

Komm herein liebster, und fühl dich daheim
Hier bist du willkommen
Dein Weg war ein langer, weite Distanzen liegen hinter Dir
Doch nun bist Du angekommen
Nun bist du daheim bei mir

Donnerstag, 16. August 2012

Liebeserklärung

Viele Jahre kann ich auf Dich zählen und jeden Tag begeisterst Du mich.
Und noch immer raubst Du mir den Atem, machst mir verrückt und verzauberst mich.
Von Deiner Schönheit werde ich trunken, nur Du lässt meinen Herzschlag schneller tanzen.
Nichts Schöneres gibt es, als jeden Morgen zu erwachen und zu wissen, Du bist da – ganz, ganz nah bei mir und hältst mich schützend eng umschlungen.

Schon viele schwere Zeiten haben wir zusammen überwunden, und nicht selten hast Du mich bis auf die Knochen zerfleischt, mich ach so oft zu Tränen gerührt.
Unzählige Stunden, die ich nachts wachte, um mir über Dich den Kopf zu zerbrechen.
Nein, noch längst verstehe ich nicht alle Seiten von Dir. Ja, Du bist das grösste Rätsel hier.
Bist mir in jeder Schattierung vertraut und gleichzeitig dennoch fremd. Doch kann ich nicht anders, als Dich innigst zu lieben. Ich liebe Dich für deine Art mich zu überraschen, für Deine Art mich zu trösten und für Deine Art mich zu lieben.

Nie kann ich Dir lange böse sein, zu schön ist jede Sekunde mit Dir. Denn Du gibst mir Kraft, Hoffnung und Stärke. An Dir wachse ich, für Dich existiere ich und für Dich atme ich. Und wenn ein weiterer Tag zu Ende geht, bin ich selig und süss beim Gedanken an Dich.
Heute will ich es Dir sagen, ja, und jeden weiteren Tag auch. Immer und immer wieder.

Du mein bittersüsses Leben - ich liebe Dich!!!

Dienstag, 7. August 2012

mein Gesicht


Sag mir wen siehst du, wenn du mich ansiehst? 
Siehst du die Mittdreissigerin mit den sehnsuchtsvollen Augen, die es nicht mehr wagt zu träumen?
Vielleicht die Souveräne, die stolze Frau, die mit beiden Beinen satt im Leben steht und die nichts aus der Bahn zu werfen scheint?
Oder das belesene, eloquente und charmante kleine Biest, das nichts mehr liebt als herzlich laut zu lachen und zu spielen?
Vielleicht erkennst du auch eine Frau, die ist wie ein Kind und die die Welt in naiven Bildern malt?
Manchmal erkennst du womöglich die Macherin, die Schafferin und die Kämpferin, die stetig vorwärts prescht. 
Oder du siehst die Frau mit dem vielen dicken Narben, die verworrene und unberechenbare Muster bilden?
Ja manchmal siehst du sicher auch die nackte und ungeschminkte Seite von mir, wenn ich dir morgens müde entgegenblicke. Und auch meine verweinten Augen, wenn ich im Grunde nichts anderes brauche, als eine innige Umarmung.

Spiegel sag mir, welche? Welche davon bin wirklich ich?

Montag, 6. August 2012

vom Sommerregen


August. Die Luft ist satt und schwer, als wäre sie schwanger. Langsam gehe ich, Schritt für Schritt. Gemächlich setze ich einen Fuss vor den anderen. Und Musik spielt in meinem Kopf in Melancholie, fast als läge sie in Tränen. Noch sind die Strassen feucht vom letzten Schauer. Doch die Sonne brennt, saugt die Feuchtigkeit auf, wenn sie kraftvoll und mächtig durch die Wolken bricht.

Keine Menschenseele weit und breit. Klitzeklein bin ich hier, in den Armen der Natur, wie eine Ameise auf einer Reise durch die Sahara. Und kantige Steine unter meinen Füssen graben sich in meine Turnschuhe ein. Gedankenverloren, mit halb geschlossenen Augen, schlendere ich dem Ufer entlang. Und ich mache mich trunken von dieser herrlichen Luft.

Und die Wasseroberfläche funkelt golden und diamanten, wie ein prächtiger Schatz. Wolken flüchtig wie Gedanken reflektieren ihr Wechselspiel auf der Oberfläche des Sees. Und es riecht grün und modrig nach Wasser und Wald. So verliere ich mich und auch das Gefühl für Raum und Zeit. Meine Gedanken ziehen mit den Wolken, werden geküsst von der wärmenden Sonne und lösen sich auf – um sich Sekunden später neu und mächtig zu erschaffen. Und die Wolken türmen sich, reiben sich gegenseitig wie Liebende, getrieben vom Wind. Sie bauschen sich auf und werden grösser und gebaren, als spielten sie bedrohliche Krieger.

Und nun kann ich ihn riechen, süsslich und kühl. Es ist der Regen, er kehrt zurück. Nur einen Gedanken später, der erste Tropf auf meinem Haar, das sich jetzt kräuselt und windet. Tropfen für Tropfen küsst die Nässe meine Haut. So steh ich da, in Stille und Glück. Den Kopf gegen den Himmel reckend, tropfend und nass, kann ich nicht anders, als herzlich und ungehalten zu lachen. Und ich drehe mich wie ein Kind, schneller und schneller im Kreis. Alltag und Schwere, Sorgen und Schmerzen, abgewaschen vom Sommerregen. Und nun bin ich leicht. Und nun bin ich frei. So ist es, das Glück.